Von einem wieder­kehrenden (rezidivier­enden) Harnwegs­infekt (HWI) spricht man, wenn drei oder mehr Infekte pro Jahr auftreten.

Durch­schnittlich jede vierte Frau mit einer erstmals durch­gemachten akuten Blasen­entzündung entwickelt in der Folge wieder­kehrende Harnwegs­infektionen, d.h. es kommt in mehr oder weniger regel­mäßigen zeit­lichen Abständen immer wieder zu einem Harnwegs­infekt. Bis zu 25 Prozent der Frauen haben inner­halb von sechs Monaten nach einem akuten Harnwegs­infekt einen erneuten Harnwegs­infekt (Rezidiv).

Frauen sind von Harnwegs­infekten 4 x häufiger betroffen als Männer. Etwa 50 Prozent aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Harnwegs­infekt, wobei die Häufig­keit mit zu­nehmen­dem Alter an­steigt.

Wieso kommt es bei Frauen vermehrt zu wiederkehrenden Harnwegsinfekten?

Es gibt verschiedene Situationen oder Lebensabschnitte die für wiederkehrende Harnwegsinfekte verantwortlich sein können.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Blasenentzündungen spielt die Intimhygiene: Viele Frauen denken, dass die Anwendung von Intimsprays im Vaginalbereich besonders hygienisch ist. Doch das Gegenteil ist der Fall: Aggressive Seifen und Sprays können die empfindliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht bringen, was die natürliche Abwehrfunktion beeinträchtigt.

Auch ein Aufschieben des Toilettengangs gibt bereits eingedrungenen Bakterien Zeit sich zu vermehren. Deshalb sollte bei Harndrang immer sofort die nächste Toilette aufgesucht werden. Außerdem sollten Frauen nach dem Stuhlgang das Toilettenpapier immer von vorne nach hinten führen. So besteht nicht die Gefahr, dass Bakterien aus dem Analbereich in die Harnröhre verbracht werden.

Auch in typisch weiblichen Lebensabschnitten wie beispielsweise während der Wechseljahre werden Frauen häufig von Blasenentzündungen heimgesucht. In diesem besonderen Lebensabschnitt verändert sich die natürliche Hormonproduktion was die Anfälligkeit für Harnwegsinfekte erhöht. Während der Wechseljahre bildet der Körper weniger Östrogene – weibliche Geschlechtshormone – was das bakterielle Vaginalmilieu durcheinander bringt. Erreger haben es dadurch leichter, bis in die Harnröhre zu gelangen. Außerdem sind in der Zeit der hormonellen Veränderungen die Schleimhäute in Harnröhre und Blase anfälliger für Infektionen.

Auch häufiger Geschlechtsverkehr kann Blasenentzündungen begünstigen. Denn beim Sex können die Bakterien leicht in die Nähe der Harnröhre gelangen. Natürlich muss aber niemand deshalb auf Sex verzichten. Zur Vorbeugung sollte „frau“ darauf achten, nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette zu gehen, um möglicherweise eingedrungene Bakterien wieder auszuspülen.

Nicht zuletzt können auch psychische Faktoren wie Dauerstress oder seelische Belastungen das Immunsystem unseres Körpers schwächen und so eine Blasenentzündung begünstigen. Auch äußere Faktoren wie Nässe und Kälte beeinflussen das körpereigene Abwehrsystem negativ.

Therapie & Vorbeugung