Kennen Sie das? Obwohl Sie gerade auf der Toilette waren, meldet die Blase Minuten später schon wieder einen unaufschieb­baren Leerungs­bedarf an. Geht es so den ganzen Tag weiter und kommt es zu mehr als 8 Toiletten­gängen täglich, sprechen Fach­leute von einer sogenannten Reiz­blase.

Spazier­gänge, Einkaufs­bummel und längere Auto­fahrten werden für Sie zu einer Tortur, müssen Sie doch bedingt durch den ständigen Harn­drang dauernd Aus­schau nach einer Toilette halten. Betroffen sind Frauen in jeder Alters­stufe, häufig ab dem 40. Lebens­jahr.

Wenn die Blase unter Reizüberflutung leidet

Obwohl die Reiz­blase bei weitem kein Einzel­schicksal ist, sind die genauen Ur­sachen, aufgrund derer es zu einer Reiz­blase kommt, derzeit nicht voll­ständig geklärt.

Die Symptome ähneln zunächst denen einer Blasen­entzündung:

  • Dauernder starker Harn­drang führt zu übermäßig häufigen Toiletten­gängen, bei denen jeweils nur geringe Urin­mengen abgegeben werden.
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterbauch

Krank­machende Keime können jedoch meist nicht nach­gewiesen werden.

Verursacher einer Reiz­blase können wieder­kehrende Entzünd­ungen der Harn­blase sein, die auf­grund der dadurch bedingten Reizung der Blasen­schleimhaut zu einer übersensiblen Blase führen. Diese meldet dann schon bei einer geringen Blasen­füllung einen ausgeprägten Harn­drang.

Als weitere Ursache kommen eine geschwächte Becken­boden­muskulatur (mehrere Schwangerschaften) und hormonellen Veränder­ungen z. B. in den Wechsel­jahren in Frage.

Daneben spielen seelische Belastungen wie Stress, Ärger oder Beziehungs­konflikte eine wichtige Rolle, wenn die Blase plötzlich hyper­sensibel reagiert.