Erkrankungen der Harnwege

Neben den Atemwegen sind die Harnwege das am häufigsten von Infekten betroffene Organsystem. Aufgrund der anatomischen Voraussetzungen (kürzere Harnröhre) sind Frauen wesentlich öfter von Harnwegsinfekten betroffen als Männer.

Jede fünfte Frau hat mindestens einmal im Jahr einen Harnwegsinfekt, wobei es vor allem die jüngeren oder sexuell aktiven Frauen trifft. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um akute, unkomplizierte Blasenentzündungen.

Abgrenzung

Der Begriff „Harnwegsinfekt“ – kurz HWI – bezeichnet das Vorhandensein von Bakterien im Harntrakt. Je nach Art des Infektes bzw. Ort des Befalls werden verschiedene Krankheitsbilder unterschieden.

Hinsichtlich der Lokalisation der Infektion wird zwischen unterem und oberem HWI unterschieden. Beim oberen HWI sind Nieren bzw. Nierenbecken in Mitleidenschaft gezogen, während sich der Infekt beim unteren HWI auf die Harnblase bzw. auf die Harnröhre beschränkt.

Unter einem komplizierten Harnwegsinfekt versteht man alle Infektionen bei Personen mit besonderen Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder für Folgeschäden, wie z.B.:

  • Harnwegsinfektionen bei Kindern
  • Schwangeren
  • generell bei Männern
  • bei Diabetikern
  • bei immunsupprimierten Personen (z.B. nach einer Organtransplantation).

Darüber hinaus gelten u. a. Harnabflussstörungen, Prostatavergrößerung, Senkungszustände der Gebärmutter, Nieren- oder Blasensteine, Tumore etc. als erschwerende Faktoren eines Harnweginfekts.

Ein Infekt der unteren Harnwege, meist eine Blasenentzündung, wird in der Regel als unkomplizierter Harnwegsinfekt bezeichnet. Ein solcher unkomplizierter HWI tritt meist akut auf, kann aber besonders bei Frauen immer wiederkehren. Bei mehr als drei Harnwegsinfekten pro Jahr spricht man von einem wiederkehrenden Harnwegsinfekt.